Gedanken zum Weltautismustag 2020

Kaum zu glauben: Erst 2006 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Behindertenrechtskonvention, ein Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. 2008 trat sie in Kraft. Heute, im Jahr 2020 hält sich noch immer kein Land in Gänze daran. Nur einzelne Punkte werden, mal mehr, mal weniger motiviert und oft mit spärlichen finanziellen Mitteln umgesetzt.

Ebenfalls 2008 führten die Vereinten Nationen den Welt-Autismus-Tag ein. An diesem Tag soll auf Autismus und die damit einhergehenden Barrieren, die uns die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren, aufmerksam gemacht werden.

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“Female Autism” – A Mystery

When I was a kid, my mother made photo albums for each of her children and added drawings we made during these years. When you take out these paintings, it reads on the back: “Appletree, Marlies, age 2”. “Appletree, Marlies, age 3”. “Appletree, Marlies, age 4”. “Appletree, Marlies, age 5”.

Child care workers, teachers and my parents all agreed – that was weird. But hey still weren’t able to find an explanation. Girls with autism? That wasn’t possible, because after all, it didn’t exist. Well, that’s what everyone thought, but where does this assumption stem from?

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Stressabbau mit Gewichtsdecken

Als ich euch letztens nach euren Erfahrungen mit der Corona-Krise und den ersten Woche mit Ausgangsbeschränkung gefragt habe, haben viele von euch erzählt, dass sie schlecht schlafen und dauerhaft sehr angespannt sind. 

Obwohl man theoretisch weiß, was zu tun ist – Strukturen schaffen, Routinen neu etablieren – klappt es oft nicht so gut, wie man möchte. Das frustriert natürlich, ist aber völlig normal. Denn die aktuellen Veränderungen machen vielen neurodiversen Menschen sehr zu schaffen. Viele von uns sorgen sich zusätzlich noch um Familie und Freund*innen, um ihre Jobs und Existenzen. Wir sind voller Angst vor den Veränderungen, die nach der Krise auf uns zukommen könnten und verlieren uns in Gedankenspiralen. Diese Ängste und der damit verbundene Stress machen es oft noch schwerer, wieder ins sprichwörtliche Gleichgewicht zu kommen.

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The Corona Virus and COVID-19: tips and tricks on how to survive this crisis as an autistic person

In a matter of days, life as we knew it in Austria has changed. The news cycle is evolving by the minute. New governmental rules are in place that an impact on our daily lives. To make sure the curve of Covid-19 infections is flattened as much as possible, it’s likely that similar measures will be taken in Germany as well. In this text I will focus on what is currently happening in Austria.

Many people are scared and worried about what is happening and have a hard time dealing with it. And even though people like to crack jokes about it – especially autistics can have a particularly hard time dealing with this new situation. All these changes are scary and can consume a lot of energy. The information overload and many of the instructions are vague and spark new questions:

Am I allowed to meet another person for a walk, if this person is not living with me? Am I allowed to go for a jog? Are dog parks still open to the public? Is someone allowed to drop by my apartment if I need help? When is my need of help valid? Which appointments do I have to cancel and which do I have to take? And who on earth is going to answer all my other questions?

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Der Corona-Virus und COVID-19: Erfahrungsberichte mit der Ausgangsbeschränkung

In Österreich haben wir bereits fünf Tage mit Ausgangsbeschränkung verbracht – eine Maßnahme der österreichischen Regierung, um die Verbreitung von Covid 19 zu verlangsamen. Vier weitere Wochen liegen noch vor uns. Bayern hat nun ebenfalls reagiert und vorerst für den Zeitraum von zwei Wochen eine Ausgangsbeschränkung mit ähnlichen Bedingungen wie in Österreich erlassen. Sicherlich werden in den kommenden Tagen weitere Bundesländer Maßnahmen ankündigen.

Auch, wenn man neue Routinen etabliert und die Alltagsstruktur anpasst, kostet manchen Menschen das Verarbeiten dieser neuen Situation viel Kraft. Besonders für neurodiverse Menschen sind Veränderungen jedweder Art sehr herausfordernd.
Ich habe neurodiverse User*innen auf Twitter gebeten, von ihren Erfahrungen der letzten Tage zu berichten. Davon, was gut funktioniert hat, aber auch von den Schwierigkeiten und Problemen, vor die sie diese Pandemie stellt. Einige der Berichte möchte ich gern mit euch teilen.

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Review: „The Autism Friendly Guide to periods“

When a menstrual Emoji was added to the list of official Emojis in 2019, it triggered heated discussions. This emoji was intended to encourage girls and women as well as people with uterus to handle their periods confidently and naturally. 

In the commentary columns and social media, many users indignantly demanded the removal of the little red drop of blood. They saw no need to talk about something like menstruation.

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Der Corona-Virus und COVID-19: Tipps und Tricks, um als Autist*in durch die Krise zu kommen

Innerhalb weniger Tage hat sich unser Leben in Österreich stark verändert. Die Neuigkeiten und Informationen scheinen sich geradezu zu überschlagen. Ab morgen wird es staatlich verordnete Verhaltensregeln geben, die umfassend in unser Alltagsleben eingreifen.
Vermutlich wird es in Deutschland bald ähnliche Maßnahmen geben, um die Covid19-Infektionskurve abzuflachen. Ich beziehe mich in diesem Text aber vorerst nur auf Österreich.

Sehr viele Menschen haben nun Ängste und Sorgen und tun sich mit dem, was um uns herum geschieht, sehr schwer. Auch wenn darüber gewitzelt wird – für Autist*innen kann die aktuelle Situation aus vielerlei Gründen besonders belastend, schwierig und überfordernd sein. All diese Veränderungen machen Angst und kosten Kraft. Viele Informationen und Anweisungen sind zudem recht vage und werfen noch mehr Fragen auf:
Darf man sich beim Spazierengehen mit einer anderen Person treffen, mit der man nicht zusammenlebt? Darf man joggen gehen? Und auf die Hundewiese? Wenn ich Hilfe brauche, darf dann jemand zu mir kommen? Ab wann gilt Hilfsbedürftigkeit als relevant? Welche Termine darf ich wahrnehmen und welche nicht?
Und wem stelle ich all diese Fragen?

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Neurodiversität im Beruf – Teil 6: Gerlinde

Wie geht es autistischen Menschen am Arbeitsplatz? Sprechen sie über ihre Diagnose oder verheimlichen sie sie? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie gestalten sie ihren Tag? Mit welchen Schwierigkeiten sind sie konfrontiert?

Diese Fragen durfte ich mehreren Autist*innen stellen.

Gerlinde: “Diversität sollte sich nicht nur auf Geschlecht und Herkunft beschränken, sondern auch die Kommunikations- und Wahrnehmungsunterschiede mit einschließen.”

Neurodiversität ist mehr als nur Autismus – neben Dyskalkulie, Legasthenie und Dyspraxie gehört auch AD(H)S dazu.
Bei Gerlinde wurde ADHS diagnostiziert. Ihr war schon sehr früh klar, dass sie anders ist, dass sie Probleme und Talente hat, die anderen unbekannt sind. Sie hat einen kreativen und technisch anspruchsvollen Beruf gefunden, der sie fordert und in dem sie sich mit ihrem Sein gut einbringen kann, der sie aber auch vor Herausforderungen stellt. 

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Neurodiversität im Beruf – Teil 5: Marie

Wie geht es autistischen Menschen am Arbeitsplatz? Sprechen sie über ihre Diagnose oder verheimlichen sie sie? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie gestalten sie ihren Tag? Mit welchen Schwierigkeiten sind sie konfrontiert?

Diese Fragen durfte ich mehreren Autist*innen stellen.



Teil 1 der Serie: Claudia: “Durch meine Offenheit ergänzen wir uns gut.”

Teil 2: Simone: „Manchmal geht es auch ohne institutionelle Hilfen.“

Teil 3: Klara: “Sich als Psychologin mit Autismus zu outen würde nicht gut ausgehen.”

Teil 4: Paul: „Entspannung ist eher schwierig für mich, weil ich einer der Menschen bin, die immer Input brauchen.“

Marie: “Wenn Deine Weitsicht durch das Wissen über deinen Autismus relativiert wird, ist das kein schönes Gefühl.”

Marie arbeitet in einem Beruf, in dem man autistische Menschen gern und fast schon klischeehaft sieht, der jedoch nicht automatisch barrierefrei für sie ist. Das zeigen auch ihre Erfahrungen.

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Neurodiversität im Beruf – Teil 4: Paul

Wie geht es autistischen Menschen am Arbeitsplatz? Sprechen sie über ihre Diagnose oder verheimlichen sie sie? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie gestalten sie ihren Tag? Mit welchen Schwierigkeiten sind sie konfrontiert?

Diese Fragen durfte ich mehreren Autist*innen stellen.



Teil 1 der Serie: Claudia: “Durch meine Offenheit ergänzen wir uns gut.”

Teil 2: Simone: „Manchmal geht es auch ohne institutionelle Hilfen.“

Teil 3: Klara: “Sich als Psychologin mit Autismus zu outen würde nicht gut ausgehen.”

Paul: „Entspannung ist eher schwierig für mich, weil ich einer der Menschen bin, die immer Input brauchen.“

Auch Paul hat einen Job, in dem man Behinderung und Neurodiversität nicht vermutet. Für ihn ist das ein Grund, nicht offen über seine Diagnosen zu sprechen – auch, wenn er das gern würde.

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