Die Angst vor dem Vergessenwerden

Die Covid-Krise hat die Welt nachhaltig erschüttert. Sie hat uns Grenzen aufgezeigt und das Leben, wie wir es kannten grundlegend verändert – unsere Reisemöglichkeiten, Treffen mit Freund:innen, unser Einkaufsverhalten, das Familienleben und die Art, wie wir arbeiten. Was uns Anfang 2020 als Unannehmlichkeit von wenigen Monaten erschien, lässt sich bis heute, über ein Jahr später, noch immer nicht in Gänze erfassen.

Während die Öffentlichkeit vor allem darüber diskutierte, wie sich die Krise auf unser Leben auswirkt, was sie mit unserer Psyche macht und in welcher Reihenfolge geimpft wird, wurde mir eins klar: Wir sind keine solidarische Gesellschaft. Wir schauen noch weniger als ohnehin schon auf marginalisierte Gruppen.

Weiterlesen

Neue Normalitäten

Seit einigen Tagen sind die Ausgangsbeschränkungen in Österreich gelockert. Menschen drängen wieder nach draußen, genießen die Frühlingssonne und suchen in den Einkaufsstraßen und den Parks nach einer neuen Normalität. Doch wie sieht sie aus? Ist es für alle die selbe?
Die Welt hat sich in den vergangenen 47 Tagen verändert und wir mit ihr. Viele Nichtbehinderte haben das erste Mal bewusst eine Behinderung ihres Alltags gespürt.

Weiterlesen

Inklusion ist überlebensnotwendig

In Deutschland leben 7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen, in Österreich sind es weitere 1,6 Millionen – in der Summe also 9,2 Millionen Menschen, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt ist. Um sie teilhaben zu lassen, müssen sie in das soziale Leben und in das Berufsleben inkludiert werden.

Doch Inklusion von Menschen mit Behinderung gehört zu den aktuell umstrittensten Themen, wird oft für gescheitert erklärt und hat lang nicht die Dringlichkeit, die notwendig wäre. In Folge dessen fristen viele dieser Menschen in Parallelgesellschaften ein unselbstständiges Dasein, was immer wieder unangenehme oder gewaltvolle Situationen für sie entstehen lässt.  Weiterlesen

Was tun, wenn Schüler Autismus haben?




Mit einem unentdeckten Autismus zur Schule zu gehen ist furchtbar, davon weiß nahezu jeder Mensch mit Autismus zu berichten. Mit einem diagnostizierten Autismus zur Schule zu gehen, scheint inzwischen aber die schlimmere Variante zu sein. Beinahe täglich lese ich von frustrierten Eltern autistischer Kinder und Kinder mit anderer Behinderung – ein aktueller Stern-Artikel zeichnete ein besonders düsteres, wie reales Bild – denen Inkompetenz vorgeworfen wird, weil sie auf die Bedürfnisse ihres Kindes hören. Eltern, die bevormundet werden und denen ein den häufig völlig unterschätzten Fähigkeiten des Kindes angepasster Bildungsweg verwehrt wird. Ihre teils jahrelangen Kämpfe bleiben nicht selten ohne Erfolg. Weiterlesen