Diagnose Autismus – Was nun?

Gerade für erwachsene Menschen ist der Weg zur Autismusdiagnose steinig und schwer. In der Regel liegen umfangreiche Probleme vor, bevor der Verdacht auf Autismus überhaupt erst entsteht. Daher glaubt man schnell, eine Autismusdiagnose bringt – wird sie denn dann gestellt – im Handumdrehen Erleichterung und Lebensqualität. Weiß man erst, woran es liegt, kommt sicher schnell wieder alles in Ordnung. Doch das ist zu kurz gedacht.
Warum ist gerade die Zeit nach der Diagnose so schwer und wie übersteht man sie am besten?

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10 Dinge, die Dich wie ein ignorantes Arschloch wirken lassen – Die Autismus-Edition.

Wenn mir eines besonders häufig passiert, dann die Konfrontation mit Annahmen und Aussagen, die sich irgendwo zwischen unpassend und ignorant bewegen. Ignorant, da man mir damit die Selbstbestimmung und Selbstvertretung abspricht, etwas, das Menschen mit jedweden Behinderungen Tag für Tag geschieht.
Der Text 10 Dinge, die man nicht zu Autisten sagen sollte klärte bereits einige Fragen. Nun nutze ich die Gelegenheit, noch ein wenig tiefer in die Problematik der allgemeinen Autismus-Mythen einzutauchen.

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ABA und die Kritik daran – Eine Zusammenfassung.

Wenn Nichtautisten eines in den Fokus stellen, dann die Notwendigkeit, Menschen mit Autismus möglichst effektiv und schnell zu therapieren, mit dem Ziel, autistisches Verhalten auszulöschen. Diese erzwungene Anpassung an die Norm nimmt zuweilen krude, aber auch gefährliche Züge an. Eine erschreckend beliebte, oft empfohlene und von Autisten selbst stark kritisierte Therapieform ist ABA – Applied Behavior Analysis.

Kann etwas, das von Autismusverbänden und Elternvereinigungen so hoch gelobt und von Aktion Mensch mit hohen Summen gefördert wird, so schlecht sein, dass Autisten selbst sich dagegen wehren und verzweifelt versuchen, Gehör zu finden?

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Autistische Aktivisten – Nicht ohne uns über uns!

 

Autistische AktivistInnen – das klingt doch nach einem perfekten Widerspruch. Wie kann eine Minderheit von Menschen mit einer Behinderung, zu deren Störungsbild kommunikative Einschränkungen, Probleme im Sozialkontakt und oft auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Konfliktunfähigkeit gehören, Aktivismus betreiben wollen?

Der Kernpunkt des Aktivismus ist jedoch nicht das Wollen, sondern die erdrückend große Notwendigkeit, für das entsprechende Thema einzustehen. Aktivismus ist für jede Minderheit deshalb so wichtig, weil die privilegierte Mehrheit kein Interesse daran hat, bestehende Strukturen zugunsten von Minderheiten aufzuweichen – sei es absichtlich oder aus Ignoranz. Um Veränderungen anzustoßen, braucht es Druck, eine kritische Masse, und Aktivismus hilft, diese kritische Masse zu erreichen. Wir AutistInnen müssen daher laut sein und anprangern, müssen unbequem sein, um gehört zu werden.
Es ist hart, denn Aktivismus heißt in den seltensten Fällen, Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen. Aktivismus heißt vor allem, Feindbild zu sein, weil man den Finger in Wunden legt und Missstände thematisiert.

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Verstörungstheorien – Verlosung

Endlich ist es soweit – am 07. März ist der offizielle Erscheinungstermin meines Debüts „Verstörungstheorien“.
In meinem ersten Buch erzähle ich die Geschichte der jungen Autistin Elisabeth. Dabei vermische ich eigene Erfahrungen mit denen anderer Autisten und kombiniere fiktive Situationen und Erlebnisse. Eine exklusive Leseprobe findet ihr hier.

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Diesen Anlass möchte ich nutzen, um ein Exemplar an einen Leser oder eine Leserin meines Blogs zu verschenken. Um teilzunehmen, hinterlasst mir bitte einen Kommentar mit einer Kontaktmöglichkeit, zum Beispiel einer e-Mail-Adresse. Am Sonntag, den 13. März werde ich dann Glücksfee sein, einen Kommentar auslosen und den Verfasser / die Verfasserin des Kommentars benachrichtigen.

Man muss sich allerdings nicht auf Fortuna verlassen. „Verstörungstheorien“ ist beim Buchhändler eures Vertrauens, bei Amazon und direkt beim Verlag erhältlich.

Marlies Hübner – Verstörungstheorien

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Autisten nehmen ihre Umwelt anders wahr: Kommunikation ist ein Minenfeld, soziale Interaktionen sind oft unlogisch, und Sinneseindrücke wirken wie ungefiltert auf das Gehirn einprasselnde Geschosse. In ihrem Erstlingswerk VERSTÖRUNGSTHEORIEN beschreibt Marlies Hübner die autobiografisch geprägte Lebensgeschichte einer jungen Autistin, von den ersten Schritten in einer verwirrenden Welt bis zur Diagnose und dem Leben damit. VERSTÖRUNGSTHEORIEN erscheint am 7. März 2016.

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Autismus auf dem ersten, zweiten und dem stereotypen Arbeitsmarkt

Mehr als achtzig Prozent aller erwachsenen Autisten sind arbeitslos. Für diese erschreckende Quote gibt es mehrere Ursachen, wobei nur ein Teil davon im Autismus selbst begründet liegt. Nicht umsonst ruft der Generalsekretär der Vereinten Nationen Unternehmen, Institutionen, und Staaten dazu auf, die Integration von Autisten im Berufsleben drastisch zu verbessern. Zwar gab es in den letzten Jahren erste und auch erfolgreiche Ansätze, ausreichend sind diese jedoch bei weitem noch nicht.

Wird auf dem ersten Arbeitsmarkt von der Beschäftigung von Menschen gesprochen, deren Störung dem autistischen Spektrum zugerechnet wird, ist es vor allem ein Bereich, der immer wieder genannt wird: die IT. Aufgrund der Fähigkeit zahlreicher Autisten, sich ausdauernd auf eine analytische Tätigkeit zu konzentrieren und auf der zusätzlich kolportierten Fähigkeit, besonders in abstrakten Mustern denken zu können, ist dies wohl nur folgerichtig. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese Argumentation massive Lücken hat und deswegen nicht nur unvollständig ist, sondern auch Vorurteile nährt.

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