Zirkelschluss

Wenn sich Menschen mit Behinderung dagegen wehren, respektlos und diskriminierend behandelt zu werden und aufgrund dieses unbequemen Aufbegehrens respektlos und diskriminierend behandelt werden, ist es doch nur die Verdeutlichung des Umstandes, dass Menschen mit Behinderung nicht als gleichwertig gesehen werden.
Menschen ohne Behinderung werden mit ihrer Kritik an Menschen mit Behinderung sehr viel ernster genommen als Menschen mit Behinderung, die Kritik an Menschen ohne Behinderung üben. Jenen wird von vornherein die Augenhöhe verweigert.

 

6 Gedanken zu „Zirkelschluss

  1. Kann man nicht verallgemeinern, ich arbeite in einer Behindertenwerkstatt und wir respektieren unsere Mitarbeiter und befinden uns auch auf Augenhöhe mit Ihnen.

    1. Mir geht es speziell um das Üben von Kritik. Um Diskriminierung. Um Situationen, die täglich geschehen. Das spreche ich in diesen kurzen Zeilen an.

  2. Manchmal ist es schwer, so kurze Postings zu verstehen, aber ich denke, dass es Marlies nicht darum geht, in einer Behindertenwerkstatt akzeptiert zu werde.
    Ich war hier mal in einer Behindertenwerkstatt, da haben die mich gefragt, ob ich mich als Betreuer oder als Behinderter bewerben will, das bringt nach meiner Meinung das Problem zum Ausdruck.
    Man sieht einem Autismus nicht an, das liegt innen. Wenn dir ein Psychiater in der Nervenheilanstalt sagt: „Junger Mann, gehen sie mal arbeiten, wer soll denn mal meine Rente verdienen?“, da bekommt man schon die Fragen. Es gibt einen Haufen Sachen, die ich lieber machen würde, als mit irgendwelchen Verrückten in der Geschlossenen rumzusitzen.
    Für mich ist Marlies nicht behindert, sondern „nur“ autistisch.
    Es geht der Marlies wohl darum, dass wir in der Gesellschaft eine Atmosphäre schaffen müssen, dass auch Menschen mit speziellen Bedürfnissen teilhaben können, dass auf sie Rücksicht genommen wird.
    Sei es der Rollstuhlfahrer oder der Autist, obwohl im Augenblick für Rollstuhlfahrer mehr getan wird als für Autisten.
    In einem Autismusbuch, das ich gerade lese, steht:
    „Vorteile von Autismus sind Ehrlichkeit und keine Neigung zu Schadenfreude und Geiz.“
    Das ist doch gut, da können die Nichtautisten von den Autisten noch was lernen.
    Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
    Jetzt sollen wir noch Lügen lernen.
    Irgendwann reichts mal.

  3. Wolfgang, da hast du recht! Kurz und knapp gesagt, wäre uns Welt friedvoller und keiner müsste sich diskriminiert fühlen!

  4. Ich stelle mir die Frage nach dem Grund der Diskriminierung. Ich selbst fand mich in einer Situation wieder die mich überforderte und vollkommen neu für mich war. Ich habe unbewusst etwas wirklich Blödes gesagt und damit für Irritation (vielleicht auch Wut) bei meinem Gepsrächspartner gesorgt. Als ich später die Situation mit Freunden besprach waren einige der Ansicht das man dass Gesagte als „schwarzen Humor“ bezeichnen könnte. Rückblickend fühle ich mich nicht wohl mit dem was ich gesagt habe. Ich gebe zu ich habe eine „Erfahrungslücke“, vom Kindergarten bis zu meinem jetzigen Berufsleben habe ich kaum Kontakt zu Menschen mit Behinderung gehabt. Die Diskriminierung passierte unabsichtlich, aus Unwissenheit. Wenn der Großteil der Diskriminierung aus Unwissenheit passiert dann „besteht noch Hoffnung“ denn der Mensch ist doch lernfähig.

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