“Es gibt keinen Ort, an dem nicht Gewalt an Frauen mit Behinderungen ausgeübt wird.”


In diesem Jahr beschloss Russland eine fatale Gesetzesänderung: Häusliche Gewalt gegen Frauen ist fortan ein Mal im Jahr straffrei. Statt wie vorher mit einer Gefängnisstrafe wird der prügelnde Ehemann seit der Änderung höchstens mit einer Geldstrafe von 500€ belegt. Was wie eine geschmacklose Satire klingt, ist blutiger Ernst. Initiiert wurde dies von der 51jährigen Russin Jelena Misulina, die damit klassische russische Familienwerte schützen will.
Dass die Weltgesundheitsorganisation WHO Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit benennt, stellt man nach dieser Nachricht nicht in Frage. Auch außerhalb Russlands ergeht es Frauen nicht besser. Jede dritte Frau in Europa hat als Erwachsene körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren.

Wie sind Frauen mit Behinderung davon betroffen?

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Autismus auf dem ersten, zweiten und dem stereotypen Arbeitsmarkt

Mehr als achtzig Prozent aller erwachsenen Autisten sind arbeitslos. Für diese erschreckende Quote gibt es mehrere Ursachen, wobei nur ein Teil davon im Autismus selbst begründet liegt. Nicht umsonst ruft der Generalsekretär der Vereinten Nationen Unternehmen, Institutionen, und Staaten dazu auf, die Integration von Autisten im Berufsleben drastisch zu verbessern. Zwar gab es in den letzten Jahren erste und auch erfolgreiche Ansätze, ausreichend sind diese jedoch bei weitem noch nicht.

Wird auf dem ersten Arbeitsmarkt von der Beschäftigung von Menschen gesprochen, deren Störung dem autistischen Spektrum zugerechnet wird, ist es vor allem ein Bereich, der immer wieder genannt wird: die IT. Aufgrund der Fähigkeit zahlreicher Autisten, sich ausdauernd auf eine analytische Tätigkeit zu konzentrieren und auf der zusätzlich kolportierten Fähigkeit, besonders in abstrakten Mustern denken zu können, ist dies wohl nur folgerichtig. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese Argumentation massive Lücken hat und deswegen nicht nur unvollständig ist, sondern auch Vorurteile nährt. Weiterlesen

neun.

Acht Zahlen. Acht zweistellige Zahlen. Acht zweistellige Zahlen, acht Testergebnisse, die alles aussagen, alles und nichts. Zahlen, aus deren Summe sich die Quersumme neun bildet, keine gute Zahl, eine ungerade Zahl, eine nicht fassbare Zahl, nicht fassbar wie mein Autismus. Das bin ich. Ich bin neun. Weiterlesen