Interview mit ergopraxis – „Ich lasse mich nicht auf faule Kompromisse ein“

Vor einiger Zeit hatte ich die Ehre, der Fachzeitschrift ergopraxis ein Interview zu meinem ersten Buch „Verstörungstheorien“ zu geben. Dabei entwickelte sich ein angenehmes und anregendes Gespräch über Autismus, Teilhabe und Therapien, an das ich bis heute gern zurückdenke. Thieme stellt das Interview ausnahmsweise kostenfrei zur Verfügung und erlaubt mir, es euch hier zu zeigen. Vielen Dank dafür! Weiterlesen

Rezension: Umgang mit autistischen Menschen – Ratgeber für Lehrer, Mitschüler und Eltern

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Es gibt zahllose Publikationen voll ethisch fragwürdiger Ratschläge zum Umgang mit autistischen Kindern an pädagogischen Einrichtungen und im Elternhaus. Darum war ich neugierig, aber zugegeben auch voreingenommen, als ich ein Rezensionsexemplar der Broschüre „Umgang mit autistischen Menschen“ des Frischtexte Verlags erhielt.
Es ist mir bewusst, dass es wenig empfehlenswert ist, mit einer negativen Einstellung an einen Text heranzugehen, doch die Masse der defizitär orientierten Veröffentlichungen mit demütigenden, entwürdigenden Vorschlägen zum Umgang mit autistischen Kindern erreicht auch bei mir, dass die Neugier der Furcht weicht. 

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Diagnose Autismus – Was nun?

Gerade für erwachsene Menschen ist der Weg zur Autismusdiagnose steinig und schwer. In der Regel liegen umfangreiche Probleme vor, bevor der Verdacht auf Autismus überhaupt erst entsteht. Daher glaubt man schnell, eine Autismusdiagnose bringt – wird sie denn dann gestellt – im Handumdrehen Erleichterung und Lebensqualität. Weiß man erst, woran es liegt, kommt sicher schnell wieder alles in Ordnung. Doch das ist zu kurz gedacht.
Warum ist gerade die Zeit nach der Diagnose so schwer und wie übersteht man sie am besten?

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Autistischer Affenzirkus

In China haben Forscher autistische Affen gezüchtet, die jetzt geheilt werden sollen. Das ist in jeder Hinsicht der falsche Ansatz, sich dem komplexen Thema Autismus zu nähern.

 

Als AutistIn ist man es beinahe schon gewohnt, medial verhöhnt und gedemütigt zu werden. Nicht nur, dass Autismus ein fancy Schimpfwort für so ziemlich alles ist, was man abwerten möchte. Auch die Berichterstattung über Autismus an sich ist mehr als kritisch zu betrachten. Mal ist es ein bedauerlicher Einzelfall, gelegentlich eine Modeerkrankung, ein andermal eine Epidemie. Es liegt selten im Interesse des Journalismus, eine neurologische Diversität wie Autismus ohne clickbaitgerechte Schlagzeilen und Mitleid erweckende Phrasen darzustellen. So entsteht in der Öffentlichkeit ein Bild, das AutistInnen irgendwo zwischen dem beängstigend hochbegabten Wunderkind mit fragwürdigem Modegeschmack und Sheldon Cooper-artigem Sozialverhalten und dem mutistischen, windeltragenden Pflegefall ansiedelt – je nachdem, welche Darstellung gerade die größere Aufmerksamkeit erzielen könnte. Weiterlesen


Alles Böse ist Autist.

Behinderte auf Basis fehlender oder nur unzureichend vorhandener Fähigkeiten abzuwerten wird als Ableismus bezeichnet. Im Journalismus ist es inzwischen zum üblen Stilmittel geworden, den Begriff des Autismus für alles zu verwenden, das irgendwie negativ belegt werden soll – auf Kosten der Autisten.

 

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