Liebesbrief an Wien

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Hey Wien,

eines muss ich dir gestehen: Ich finde dich ziemlich gut, da mache ich gar kein Geheimnis draus. Das sage ich auch all meinen Freunden und sogar denen, die lieber nicht mit mir befreundet sein wollen, was komischerweise die größere Gruppe Menschen ist und ja, ich habe auch echt Bock drauf, dass du in absehbarer Zeit mein neues Zuhause wirst. Du hast Manner-Waffeln, die liebe ich sehr, und eine Museumsdichte, wie andere Städte Supermärkte haben. Dagegen kann man einfach nichts sagen.

Ich mag sogar den Wiener Schmäh, da muss ich wenigstens nicht verstecken, dass ich eh immer schlechte Laune habe, sondern kann einfach mitgranteln und ich bin absolut begeistert davon, dass der Wiener unter Hot Dog das selbe versteht, wie wir in Sachsen, nämlich ein längliches Stück Semmel mit Loch drin, da kommt dann eine Wurst rein und ordentlich Ketchup, bums fertig, Hot Dog. Die gibts an jeder Straßenecke. Wir Sachsen sagen ja auch Erdäpfel, genau wie du, das macht mir so ein warmes Heimatgefühl. Und dann die Sache mit der Sachertorte. Du weißt schon, wie du mich kriegst, Wien, du weißt das schon ziemlich gut.

Zugegeben, dein Sprachschatz ist auch nicht von ohne. Paradeiser klingt so viel eleganter als das langweilige deutsche Wort Tomaten. Eins musst du mir dazu aber noch verraten, Wien: Sagt man dann “Hast du Paradeiser auf den Augen”, wenn jemand etwas nicht kapiert?

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