Nach “Team Wallraff”: Inklusion ist die einzige Lösung

Seit der Ausstrahlung von “Team Wallraff” am 20. Februar 2017 ist die Situation von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf Thema vieler Diskussionen.

Die Sendung “Team Wallraff – Reporter undercover” schleust regelmäßig Reporter*innen verdeckt in Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen mit dem Ziel ein, Missstände aufzudecken. In der angesprochenen Folge recherchierte eine Frau als Praktikantin in Einrichtungen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Sie fertigte versteckte Filmaufnahmen an, die viele RTL-Zuschauer*innen zu Recht schockierten. Was mich gleichermaßen entsetzte: die Reaktionen auf die Sendung, die die Geschehnisse entschuldigten und relativierten.

Während ich auf Twitter die immer hitziger geführte Debatte verfolgte, wurde mir vor allem eines bewusst: Mein Umgang mit Behinderung weicht stark von dem der meisten Menschen ab. Weiterlesen

Pausengedanken


Nachdem ich bei Anita las, wie schwer es ihren vier autistischen Kindern fällt, Pausen in ihren Alltag zu integrieren beziehungsweise die Notwendigkeit von Pausen überhaupt zu erkennen, dachte ich darüber nach, wie ich es als autistische Erwachsene handhabe. Und ich muss zugeben: Nicht unbedingt besser, im Gegenteil. Waren in der Kindheit die Schulferien zuverlässige Erholungszeiten, sind es heute, wo ich das Schreiben in einen vollen Berufsalltag integrieren muss, die… Ja, also, was soll ich sagen? Es gibt sie nicht mehr. Weiterlesen

Autismus auf dem ersten, zweiten und dem stereotypen Arbeitsmarkt

Mehr als achtzig Prozent aller erwachsenen Autisten sind arbeitslos. Für diese erschreckende Quote gibt es mehrere Ursachen, wobei nur ein Teil davon im Autismus selbst begründet liegt. Nicht umsonst ruft der Generalsekretär der Vereinten Nationen Unternehmen, Institutionen, und Staaten dazu auf, die Integration von Autisten im Berufsleben drastisch zu verbessern. Zwar gab es in den letzten Jahren erste und auch erfolgreiche Ansätze, ausreichend sind diese jedoch bei weitem noch nicht.

Wird auf dem ersten Arbeitsmarkt von der Beschäftigung von Menschen gesprochen, deren Störung dem autistischen Spektrum zugerechnet wird, ist es vor allem ein Bereich, der immer wieder genannt wird: die IT. Aufgrund der Fähigkeit zahlreicher Autisten, sich ausdauernd auf eine analytische Tätigkeit zu konzentrieren und auf der zusätzlich kolportierten Fähigkeit, besonders in abstrakten Mustern denken zu können, ist dies wohl nur folgerichtig. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese Argumentation massive Lücken hat und deswegen nicht nur unvollständig ist, sondern auch Vorurteile nährt. Weiterlesen