Problem Arztbesuch – Ein Mitmachtext


Meine Texte versehe ich gerne mit Ideen oder Lösungen. Ich ende, wenn möglich, mit einem Rat oder zumindest mit ein paar positiven Worten. Heute kann ich das nicht, denn hierzu habe ich keine Lösung. Nur ein wirklich großes Problem. Und die leise Hoffnung, zusammen mit euch, meinen Leser*innen, vielleicht zu einer Teillösung zu kommen. Das hier ist also ein Mitmachtext. Ergänzt ihn bitte um eure konstruktiven Ideen, indem ihr die Kommentarfunktion nutzt.

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Pausengedanken


Nachdem ich bei Anita las, wie schwer es ihren vier autistischen Kindern fällt, Pausen in ihren Alltag zu integrieren beziehungsweise die Notwendigkeit von Pausen überhaupt zu erkennen, dachte ich darüber nach, wie ich es als autistische Erwachsene handhabe. Und ich muss zugeben: Nicht unbedingt besser, im Gegenteil. Waren in der Kindheit die Schulferien zuverlässige Erholungszeiten, sind es heute, wo ich das Schreiben in einen vollen Berufsalltag integrieren muss, die… Ja, also, was soll ich sagen? Es gibt sie nicht mehr. Weiterlesen

Was tun, wenn Schüler Autismus haben?




Mit einem unentdeckten Autismus zur Schule zu gehen ist furchtbar, davon weiß nahezu jeder Mensch mit Autismus zu berichten. Mit einem diagnostizierten Autismus zur Schule zu gehen, scheint inzwischen aber die schlimmere Variante zu sein. Beinahe täglich lese ich von frustrierten Eltern autistischer Kinder und Kinder mit anderer Behinderung – ein aktueller Stern-Artikel zeichnete ein besonders düsteres, wie reales Bild – denen Inkompetenz vorgeworfen wird, weil sie auf die Bedürfnisse ihres Kindes hören. Eltern, die bevormundet werden und denen ein den häufig völlig unterschätzten Fähigkeiten des Kindes angepasster Bildungsweg verwehrt wird. Ihre teils jahrelangen Kämpfe bleiben nicht selten ohne Erfolg. Weiterlesen

Diagnose Autismus – Was nun?

Gerade für erwachsene Menschen ist der Weg zur Autismusdiagnose steinig und schwer. In der Regel liegen umfangreiche Probleme vor, bevor der Verdacht auf Autismus überhaupt erst entsteht. Daher glaubt man schnell, eine Autismusdiagnose bringt – wird sie denn dann gestellt – im Handumdrehen Erleichterung und Lebensqualität. Weiß man erst, woran es liegt, kommt sicher schnell wieder alles in Ordnung. Doch das ist zu kurz gedacht.
Warum ist gerade die Zeit nach der Diagnose so schwer und wie übersteht man sie am besten?

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Autistische Aktivisten – Nicht ohne uns über uns!

 

Autistische AktivistInnen – das klingt doch nach einem perfekten Widerspruch. Wie kann eine Minderheit von Menschen mit einer Behinderung, zu deren Störungsbild kommunikative Einschränkungen, Probleme im Sozialkontakt und oft auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Konfliktunfähigkeit gehören, Aktivismus betreiben wollen?

Der Kernpunkt des Aktivismus ist jedoch nicht das Wollen, sondern die erdrückend große Notwendigkeit, für das entsprechende Thema einzustehen. Aktivismus ist für jede Minderheit deshalb so wichtig, weil die privilegierte Mehrheit kein Interesse daran hat, bestehende Strukturen zugunsten von Minderheiten aufzuweichen – sei es absichtlich oder aus Ignoranz. Um Veränderungen anzustoßen, braucht es Druck, eine kritische Masse, und Aktivismus hilft, diese kritische Masse zu erreichen. Wir AutistInnen müssen daher laut sein und anprangern, müssen unbequem sein, um gehört zu werden.
Es ist hart, denn Aktivismus heißt in den seltensten Fällen, Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen. Aktivismus heißt vor allem, Feindbild zu sein, weil man den Finger in Wunden legt und Missstände thematisiert.
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Autismus auf dem ersten, zweiten und dem stereotypen Arbeitsmarkt

Mehr als achtzig Prozent aller erwachsenen Autisten sind arbeitslos. Für diese erschreckende Quote gibt es mehrere Ursachen, wobei nur ein Teil davon im Autismus selbst begründet liegt. Nicht umsonst ruft der Generalsekretär der Vereinten Nationen Unternehmen, Institutionen, und Staaten dazu auf, die Integration von Autisten im Berufsleben drastisch zu verbessern. Zwar gab es in den letzten Jahren erste und auch erfolgreiche Ansätze, ausreichend sind diese jedoch bei weitem noch nicht.

Wird auf dem ersten Arbeitsmarkt von der Beschäftigung von Menschen gesprochen, deren Störung dem autistischen Spektrum zugerechnet wird, ist es vor allem ein Bereich, der immer wieder genannt wird: die IT. Aufgrund der Fähigkeit zahlreicher Autisten, sich ausdauernd auf eine analytische Tätigkeit zu konzentrieren und auf der zusätzlich kolportierten Fähigkeit, besonders in abstrakten Mustern denken zu können, ist dies wohl nur folgerichtig. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese Argumentation massive Lücken hat und deswegen nicht nur unvollständig ist, sondern auch Vorurteile nährt. Weiterlesen

How to love an autistic

(Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit @misharrrgh.)

Du hast also erfolgreich einen autistischen Menschen gedatet, alle Level gemeistert und stehst jetzt vor dem Endgegner Liebe? Klar, Beziehungstipps bietet Dir jedes Onlinemagazin und alle wollen es besser wissen. Mit einem Autisten solltest Du aber all das, was Du über die Liebe weißt, noch einmal überdenken. Glaube nicht, Du wüsstest, wie der Beziehungsalltag mit Autisten läuft. Auch wir beide haben die Weisheit nicht gepachtet, uns aber bemüht, ein möglichst aufschlussreiches How To zusammenzustellen. So schaffst Du es vielleicht auch zu Deinem “happily ever autistic after”.

 

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„Ob du behindert bist, hab ich dich gefragt!“

Auch, wenn sich Autisten streiten, ob sie eine Behinderung haben oder nicht – Autismus schränkt ein und erschwert das gesellschaftliche Leben, da dieses einfach nicht auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Gerade hochfunktionale Autisten mögen sich oft nicht behindert fühlen und auch ich zitiere gern diesen Ausspruch „It’s not a bug. It’s a feature“ .
Doch Autismus ist per Definition eine anerkannte seelische Behinderung. Dabei macht nicht der Autismus an sich die Behinderung. In einer Welt, in der nur Autisten leben würden, wären wir völlig normal. Es ist die Abweichung von der die Normalität definierenden Masse und die Schwierigkeiten, die diese Abweichung mit sich bringt, die letztendlich eine Behinderung definiert. Weiterlesen

Schwimmübungen im Haifischbecken.

Heute machte man mich auf eine kleine Diskussion aufmerksam, die sich um die erste Ausgabe des N#mmer-Magazins dreht. Von „Lifestyle-Autismus“ ist da die Rede, von der „autistisch-digitalen Boheme“ mit schillernden Lebensläufen und davon, ein falsches Bild von Autismus zu zeichnen. Das alles ließ mich verbittert auflachen.

Sicher ist es nicht nötig, dass ich mich dazu äußere und es liegt mir fern, mich für irgend etwas zu rechtfertigen. Doch ich mache mir als Autorin, die unter anderem für N#mmer schreibt, natürlich meine Gedanken dazu, zumal man mich auch schon direkt darauf ansprach, dass meine Darstellung vom Autismusspektrum nicht „korrekt“ sei und ich zu positiv berichte. Und die regelmäßig aufkommenden Diskussionen zwischen denen, die das von Autismus verursachte persönliche Leid in den Vordergrund stellen und denen, die sich um eine positive Darstellung ihres Autismus bemühen, entgehen mir natürlich auch nicht. Das alte Lied von Leid und Pride. Weiterlesen