Diese „Krawallautisten“

„Das sind doch diese Krawallautisten“, sagt der ein oder andere Facharzt oder Therapeut, der die Folgen des autistischen Aktivismus an den eigenen Projekten zu spüren bekam. An Eltern und Kolleg*innen gibt er den wohlmeinend klingenden Rat weiter, sich von „denen“ fernzuhalten. Manch einer nennt uns noch etwas phantasievoller „Internetautisten“, was ich sehr lustig finde. Begreift man das Internet als Möglichkeit der Barrierefreiheit, ist das in etwa so, als nenne man Gehbehinderte „Rollstuhlmenschen“ – also ziemlich albern. Weiterlesen

Die Selbstvertretung im Zusammenspiel mit Fachkräften

Vor ein paar Monaten habe ich schon einmal darüber geschrieben, wie schwer es ist, sich für die autistische Selbstvertretung stark zu machen. Inzwischen hat sich die Situation noch verschärft. Seit die Aktion Mensch entschieden hat, ihre Förderung für ABA-Projekte auslaufen zu lassen und keine neuen Projekte zu fördern, die ABA beinhalten, haben sich die behindertenfeindlichen Angriffe, vor allem von Fachkräften, gefühlt vervielfacht.

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Aktion Mensch stoppt Förderung von ABA

Nach beinahe zwei Jahren Aktivismus mit tausenden Teilnehmer*innen und gescheiterten Dialogen kam es heute erneut zu einem Gespräch mit Aleksander Knauerhase als Vertreter der kritisierenden Autist*innen und Armin von Buttlar von Aktion Mensch. Im Anschluss daran hat die Aktion Mensch versprochen, die Förderung von ABA-Projekten einzustellen.
Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt hin zur einer humaneren, gleichberechtigten Behandlung von Autist*innen, sondern hat noch einen weiteren wichtigen Aspekt:

Autist*innen, denen zu oft schon die Stimme genommen wurde, die gelernt haben, dass man ihnen nicht zuhört, erleben nun, dass ihre Meinung Gewicht hat. Ihre Proteste zeigten erste Ergebnisse. Neben der Signalwirkung für weitere Schritte im ABA-Protest ist die Entscheidung von Aktion Mensch daher vor allem auch sehr relevanter, symbolischer Natur für Autist*innen. Protest und Engagement lohnt sich.

Danke an alle Unterstützer*innen! Ihr seid großartig!

Weitere Infos zu ABA im AutismusFAQ-Dossier Was ist ABA?

ABA stoppen – Ein erster Schritt.

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Die Belange von Autist*innen stehen in der Regel nicht auf der politischen Agenda – weder in Sachen Bildung, noch mit Themen, die das Schwerbehindertenrecht betreffen. Und das, obwohl sich selbst der UN-Generalsekretär bereits zu unserer Lage geäußert hat. Wir fühlen uns dadurch nur noch mehr als Personen, deren Rechte nicht anerkannt und deren Bedürfnisse ignoriert werden. So wie im bereits seit Jahren geführten Kampf gegen die Therapiemethode ABA, die Elemente aus Folter und Missbrauch enthält und trotzdem als Nummer Eins-Therapiemethode für Autist*innen gilt. Allein die Tatsache, dass eine derart schädigende, traumatisierende Methode im Jahre 2016 noch angewandt werden darf, sollte uns schon erschrecken. Umso schlimmer ist es, dass sie von Organisationen wie Aktion Mensch – die sich laut eigenen Angaben für Menschen mit Behinderung einsetzen – mit sechsstelligen Summen gefördert wird.
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Was tun, wenn Schüler Autismus haben?




Mit einem unentdeckten Autismus zur Schule zu gehen ist furchtbar, davon weiß nahezu jeder Mensch mit Autismus zu berichten. Mit einem diagnostizierten Autismus zur Schule zu gehen, scheint inzwischen aber die schlimmere Variante zu sein. Beinahe täglich lese ich von frustrierten Eltern autistischer Kinder und Kinder mit anderer Behinderung – ein aktueller Stern-Artikel zeichnete ein besonders düsteres, wie reales Bild – denen Inkompetenz vorgeworfen wird, weil sie auf die Bedürfnisse ihres Kindes hören. Eltern, die bevormundet werden und denen ein den häufig völlig unterschätzten Fähigkeiten des Kindes angepasster Bildungsweg verwehrt wird. Ihre teils jahrelangen Kämpfe bleiben nicht selten ohne Erfolg. Weiterlesen

ABA und die Kritik daran – Eine Zusammenfassung.

Wenn Nichtautisten eines in den Fokus stellen, dann die Notwendigkeit, Menschen mit Autismus möglichst effektiv und schnell zu therapieren, mit dem Ziel, autistisches Verhalten auszulöschen. Diese erzwungene Anpassung an die Norm nimmt zuweilen krude, aber auch gefährliche Züge an. Eine erschreckend beliebte, oft empfohlene und von Autisten selbst stark kritisierte Therapieform ist ABA – Applied Behavior Analysis.

Kann etwas, das von Autismusverbänden und Elternvereinigungen so hoch gelobt und von Aktion Mensch mit hohen Summen gefördert wird, so schlecht sein, dass Autisten selbst sich dagegen wehren und verzweifelt versuchen, Gehör zu finden?

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