Liebesgeschichte (8)

Das war kein freundliches Lachen.
Entsetzen, Ungläubigkeit und Belustigung tropfen über Deine abstoßend verzerrten Lippen und werden zu Haha-Lauten. Akustische Geschütze, die mir Wunden reißen. 
Du glaubst, ich bin ein bisschen dumm, weil ich im Overload Dinge wiederhole, die ich so schon einmal gesagt habe. Du glaubst, ich bin ein bisschen dumm, weil ich mich vor Erschöpfung nicht mehr daran erinnere, dass wir schon einmal über dieses Thema sprachen. Und über das andere auch. Weil mein Gesicht ein Spiegel dessen ist, was in mir vorgeht, wenn ich Dir erzähle, wofür ich brenne. Ungefiltert. Wie bei allen dummen Menschen. Weil Dein subtiler Spott auf kindlich-naive Freundlichkeit prallt, statt auf bissige Gegenwehr.
Wir sitzen auf dem metallenen Geländer. Hinter uns der Kanal, vor uns das, was hätte werden können und unter unseren baumelnden Füßen die steinigen Tatsachen. 
Meine Andersartigkeit beäugst Du, wie man ein exotisches Tier im Zoo betrachtet. Mit Sicherheitsabstand und Vorbehalten, schließlich weiß man ja nie. Obwohl du sonst eine Menge weißt und darauf bist Du stolz. Vor allem aber weißt Du, dass ich ein bisschen dumm bin.

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