Liebesgeschichte (3)

Du streichst mir die Haarsträhne hinter das Ohr, die mir den Blick verhängt und ich erschrecke ob dieser anmutigen Geste. Wären wir uns begegnet, als wir noch mit weiten Herzen und offenen Armen durch die Welt liefen, vielleicht hätten wir eine Liebe erschaffen, größer als alle Lieben dieser Welt. Wir wären einander Sehnsuchtsort und Heimat zugleich. Aber nun definieren wir uns  nur noch  als die Sammlung der Wunden, die uns das Leben schlug und haben den Wagemut verlernt. Bitter sind wir geworden, rau unter unseren schmeichelweichen Fassaden und zelebrieren die Einsamkeit wie eine Religion. Das Jagen nach diesem Zauber, nach Wunsch und Traum, die uns lebendig sein lassen und ein wenig unserer inneren Dunkelheit vertreiben, dieses Jagen ist unsere Obsession . Doch ich bin müde, jede Faser meines Körpers ist erschöpft, ich möchte nicht Wild sein, ich möchte ruhen.

3 Gedanken zu „Liebesgeschichte (3)

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