Facetten des Spektrums – Moritz aus Neuseeland

Kein Kakapo, aber trotzdem süß: Der Kea.

Wer mir auf Twitter folgt, kennt meine Vorlieben für Kohlenhydrate, ausgiebiges Granteln und süße Tiere. Unlängst habe ich mich dort über ein besonders niedliches Tier ausgelassen: Den zeitweise vom Aussterben bedrohten, flugunfähigen Kakapo, eine in Neuseeland beheimatete Papageienart. Meine Begeisterung teilten viele meiner Follower, auch ein deutscher Twitterer namens Moritz, der zufällig ebenfalls in Neuseeland lebt. Da ich seine Lebensgeschichte sehr spannend finde, habe ich ihn gebeten, sie auch mit euch zu teilen:

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Wünsch dir was?

 

Stell dir vor, du wachst auf und vor deinen Augen schwebt eine Zauberstab schwingende Fee, begleitet von weichem Licht, Feenstaub, Glöckchen und was eben so dazu gehört. Nach dem ersten Schrecken und ein bisschen Ungläubigkeit, Augenreiben und dem Wunsch nach einer großen Menge Kaffee kommt sie auch schon zur Sache. Die klassischen drei Wünsche sind gerade aus (oder sie will am frühen Morgen nicht so viel arbeiten, man weiß es nicht), darum lässt sie dir genau eine Wahl: Du kannst weiterhin autistisch bleiben, oder aber du bist mit nur einem Wink ihres Zauberstabs neurotypisch. „Normal“. Nichtbehindert. Unauffällig. In jeder Hinsicht durchschnittlich. Was würdest du tun?

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Interview mit ergopraxis – „Ich lasse mich nicht auf faule Kompromisse ein“

Vor einiger Zeit hatte ich die Ehre, der Fachzeitschrift ergopraxis ein Interview zu meinem ersten Buch „Verstörungstheorien“ zu geben. Dabei entwickelte sich ein angenehmes und anregendes Gespräch über Autismus, Teilhabe und Therapien, an das ich bis heute gern zurückdenke. Thieme stellt das Interview ausnahmsweise kostenfrei zur Verfügung und erlaubt mir, es euch hier zu zeigen. Vielen Dank dafür! Weiterlesen

Inklusion ist überlebensnotwendig

In Deutschland leben 7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen, in Österreich sind es weitere 1,6 Millionen – in der Summe also 9,2 Millionen Menschen, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt ist. Um sie teilhaben zu lassen, müssen sie in das soziale Leben und in das Berufsleben inkludiert werden.

Doch Inklusion von Menschen mit Behinderung gehört zu den aktuell umstrittensten Themen, wird oft für gescheitert erklärt und hat lang nicht die Dringlichkeit, die notwendig wäre. In Folge dessen fristen viele dieser Menschen in Parallelgesellschaften ein unselbstständiges Dasein, was immer wieder unangenehme oder gewaltvolle Situationen für sie entstehen lässt.  Weiterlesen

„Pass dich an, aber bitte nicht zu viel“

 

Das Autismusspektrum hat so viele Facetten, wie es Autist*innen beherbergt. Und mindestens genauso viele Vorurteile und Fehlannahmen ranken sich um dieses Spektrum.

Autismus, das ist eine neurologische Diversität, die unsere Wahrnehmung und Informationsverarbeitung beeinflusst. Das ist abstrakt und für Nichtautist*innen schwer verständlich, beeinflusst die Wahrnehmung doch das ganze Leben, das Empfinden und Denken. Man kann autistisches und nichtautistisches Leben also nicht vergleichen und so, wie es nicht den typischen Nichtautisten gibt, so gibt es auch keinen typischen Autisten.
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Autismuskompetenz bei der CDU/CSU

CDU, CSU, Autismus, Hilfe, behinderung
Autist*innen und ihre Angehörigen wissen es schon lange – nun beschäftigt sich auch die CDU/CSU mit der schwierigen Alltagssituation von Menschen im autistischen Spektrum. Die Lebensqualität von Autist*innen ist oft prekär und es gibt kaum alltagspraktische Hilfsangebote, gleich, ob es sich um die Wohn- und Pflegesituation auffälliger Autist*innen oder um Hilfen des täglichen Lebens für unauffälligere Autist*innen handelt. Einige dieser Probleme sollen laut CDU/CSU gelöst werden, was ich nur begrüßen kann. Weiterlesen

Mode als autistische Herausforderung

 

“Du siehst doch gar nicht aus wie ein Autist” ist einer der Sätze, den man deutlich zu oft zu hören bekommen, wenn man sich als Autist*in zu erkennen gibt. Neben dem Fehlen einer sichtbaren Behinderung wird dabei auch immer der Kleidungsstil bewertet, wenn auch nicht bewusst.

Serienfiguren wie Sheldon Cooper, bekannte Autist*innen wie Temple Grandin und in etablierten Serien auftauchende autistische Kunstfiguren sind nach gängigen modischen Maßstäben allesamt schlecht bis grauenhaft gekleidet, und prägen damit ein bestimmtes Bild von Autist*innen, das meines Erachtens nur einen Teil von uns repräsentiert. Auch, wenn sie gefühlt in der Minderheit sind, so gibt es doch autistische Menschen, die Spaß daran haben, sich gut und modisch zu kleiden, sich für Schnitte und Design interessieren und gerne gut aussehen.  Viel öfter aber hört man davon, dass Kleidung für Autist*innen ein schwieriges Thema sei. Weiterlesen